[Erledigt] Platinen selber ätzen

vor 23 Wochen 6 Tage von S.E.P.P.

Da ich bei meinem jetzigem Projekt (http://www.freeduino.de/forum/projekte/arduino-wecker) Probleme mit den vielen Kabeln auf der Platine bekommen habe würde ich mir gerne Platinen selber ätzen.
Wenn man einfach mal Google bemüht bekommt man schon sehr viele Informationen, soweit bin ich jetzt:
1.-Layout mit einem Laserdrucker auf Overheadprojektorfolie drucken (die bekomm ich hoffentlich kostenlos in der Schule).
2.-Das ganze wird dann auf die Platine geklebt und diese anschließend belichtet (wo bekomm ich so einen Belichter, kostengünstig, her?)
3.-Das Ergebniss (ohne die Folie) in ein NaOH Bad legen bis die Leiterbahnen mattbraun zu erkennen sind.(Woher bekommt man NaOH, vielleicht beim Chemielehrer?)
4.-In einem Wasserbad abspülen.
5.-Platine + Ätzmittel in einen Behälter und alles warm und in Bewegung halten.(Woher bekomme ich das Eisenchlorid bzw. Natriumpersulfat zum Ätzen?)
Wäre nett wenn ihr mir noch ein paar Tipps geben könntet und natürlich die Fragen beantwortet.

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Jeder hat ein recht auf meinen Meinung

17 Antworten auf “Platinen selber ätzen”


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  1. uwe sagt:

    Hallo S.E.P.P.

    Prinzipiell ja. So kann man Platinen ätzen. Achtung die Vorlage muß seitenverkehrt sein und dicht gedruckt sein!!

    Fotobeschichtete Platinen, UV - Belichter, NaOH (Entwickler, löst den unbelichteten Fotolack) und Ätzmittel (normalerweise Eisen - 3 - clorid), Fotoentwicklerschalen oder Spezielle Ätzwannen mit Luftzufuhr bekommst Du in Elektronikläden.
    Für 1 Platine zahlt sich der Ankauf sicher nicht aus.

    Du mußt auch die Platine entwerfen. Das Programm der Wahl ist EAGLE. Für Privatgebrauch mit stark eingeschränktem Funktionsumfang (kleine Platinenfläche und nur 2 Layer); aber für den Hobbybedarf und für Dein Projekt ausreichend.

    Ich würde Dir raten es dennoch mit Lochrasterplatine und Draht aufzubauen. Für die Verdrahtung nimm Wire-Wrap Draht (löten, nicht Wire-Wrap-Technik), ist ein seht dünner Draht mit Isolierung. Ist zwar Aufwand aber immernoch weniger als Ätzen ohne Vorkenntnisse.
    Es gibt Firmen die Platinen in Kleinserien ätzen, ich weiß aber nicht die Preise. zB http://freeduino.de/blogs/jan/fritzing-fab-24-mal-merry-fritzmas

    Grüße Uwe

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  1. schmittchen_tom sagt:

    Hey,

    es gibt einfache Sets fürs Ätzen bestehend aus Ätzmittel, Entwickler, einer Arbeitsschale, Pinzette und einer Fotoplatine. (zB von Kemo Ä200) Kosten um die 10 Euro. (Nachteil ist jedoch, dass du sehr oft bloss eine Fotoplatine mitgeliefert kriegst.
    Meine erste selbstgeätzte Platine hab ich in der Mittagssonne belichtet (hat sogar geklappt), anschliessend hab ich einmal Platinen in einem Solarium Studio belichtet. Davon würde ich dir jedoch abraten... vor allem wenn der Besitzer keine Ahnung von Platinenherstellung hat.

    Du solltest jedoch bedenken, dass du die Platine nachher noch bohren musst, dh. du brauchst einen dünnen Bohrer (0,8-1mm zum Beispiel. Diese brechen sehr schnell und daher solltest du Zugang zu einem Bohrständer haben.

    MfG

    Tom

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  1. SEPP (nicht überprüft) sagt:

    Ersteinmal würde ich es natürlich nicht bei einer Platine belassen. Ich würde dann wahrscheinlich auch alle folgenden Projekte so angehen. Wie hoch liegen den so die Kosten, also Anfangsinvestition und die Materialien? Sonst würde ich dann ersteinmal den Draht benutzen.

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  1. schmittchen_tom sagt:

    Hängt ganz davon ab wie professionell du es machen willst. Belichter kannst du dir kaufen ( je nach Gerät 200 Euro aufwärts) oder aus UV Led´s selbst bauen. Auch kannst du die Platinen mit einem leistungsfähigen Strahler vom Baumarkt auch belichten. Ätzkuvetten sind auch nicht gerade geschenkt. Ich selbst ätze die Platinen in einem Wasserbad wo die Säure in einer Schale drin schwimmt. Bei Conrad, ElV, Reichelt usw.. kannst du dir die Preise für die jeweiligen Teile anschauen. Auch findest du die Preise für die Chemie bei den jeweiligen Seiten.

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  1. SEPP (nicht überprüft) sagt:

    Dann werde ich mir so ein Gerät selber basteln, das kann ja nicht so schwer sein oder? Theoretisch brauche ich doch nur ein paar UV-LED's und Wiederstände. Das würde ja eigentlich schon reichen. Allerdings wäre ein bisschen zubehör, also z.B. eine Uhr für die Belichtungszeit nicht schlecht. Das wird dann wohl mein nächstes Projekt werden.

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  1. schmittchen_tom sagt:

    Musst nicht unbedingt LED hernehmen (sind recht teuer das Stück) Google einfach. http://www.felix-beck.de/wordpress/?p=287

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  1. uwe sagt:

    Achtung!!
    UV-Licht ist schädlich für die Augen und für die Haut. Die Idee die Leuchtstoffröhren in ein altes Scannergehäuße zu bauen ist sicher nicht schlecht.
    Grüße Uwe

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  1. Raketopet sagt:

    hi
    es gibt auch noch eine andere methode, die Toner-transver-Methode dabei spart man sich das belichten und entwickeln.

    hier

    und wen du das ganze platienen erstellen als eigenes projekt weiter machen wilst. hier ist noch nen interesanter ansatz.
    der hat sich nen tintenstrahl drucker umgebaut um direckt auf die platienen zu drucken.

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  1. Jan sagt:

    Wollte ich auch grad sagen. Wir schauen gerade für den Bangkok Hackerspace in verschiedene Methoden. Der Tintenstrahler mit erhitzter Platine scheint da sehr interessant zu sein.

    Der Lasertransfer ist aber wohl fast die beliebteste Methode.

    Es gibt ausserdem noch die "Dryfilm" Methode die hier vor Ort recht beliebt ist. Da bin ich aber noch nicht weiter gekommen mit der Recherche. Bisher weiss ich nur dass man jedes Licht nutzen kann und kein UV braucht. Sieht aber alles andere als einfach aus. Denke Toner oder Tinte ist der beste Weg.

    Hier ist eine paar Videos vom Dryfilm.

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  1. S.E.P.P. sagt:

    Vielen dank für die Antworten. Ich vermute mal ich würde Problemlos einen, oder mehrere, alte Scanner von meinem Vater bekommen. Die Methode ohne belichten werde ich trozdem vorher einmal ausprobieren, falls das gut klappt kann ich ja dabei bleiben. Dann nocheinmal vielen Dank für die Tipps.

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  1. S.E.P.P. sagt:

    Ich habe jetzt endlich mal alles zusammengehabt um die Platine zu ätzen und ich muss sagen es hat gut funktioniert. Nur der Ätzvorgang selber hat sehr lange gedauert, ca. 15 Minuten, was wohl daran lag, dass ich am Anfang zu wenig Natriumpersulfat und zu wenig Wasser benutzt habe. Eine Leitung ist leider unterbrochen, aber die Lücke kann ich ja zusammenlöten.

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  1. Raketopet sagt:

    von mir auch gratulation.

    aber 15 min für das ätzen ist nicht zu lange.
    du arbeitest hier ja mit säuren die metall abtragen und das dauert halt seine zeit.

    nim dir lieber nen bischen zeit dazu, als das du mit zu hohen konzentrationen arbbeitest, da kann sonst schnell mal was schief gehen.

    achso welche methode hast du den jetzt benuzt? würde mich mal interesieren.
    und vieleicht hast du ja nen par erfahrungen für uns.

    mfg Raketo

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  1. S.E.P.P. sagt:

    Also, ich habe die Methode mit dem Aufbügeln benutzt. (http://thomaspfeifer.net/)
    Zum Reinigen mit Aceton kann ich nur sagen, dass man hier mit starkem Druck arbeiten muss, damit man den Toner (von vorherigen versuchen) wieder wegbekommt.
    Beim Bügeln ist mir aufgefallen, dass es sehr schwer ist das ganze hochgenug zu erhitzen. Ich habe es am Ende so gemacht, dass ich das Papier mit dem Toner erst "Festgebügelt" habe (Tuch drüber legen!!!), anschließend habe ich die Klebestreifen entfernt, damit das Bügeleisen näher zur Platine kommt. Das Bügeleisen war dabei auf höchster Stufe und als Tuch habe ich einen alten Bettbezug benutzt. Das war letztendlich die Einzige möglichkeit den Toner hochgenug zu erhitzen. (Das Bügeleisen ist allerdings auch relativ "kalt", mit meinem Multimeter habe ich ca. 220°C gemessen)
    Beim entfernen des Papieres kann man ruhig etwas gröber vorgehen, anders bekommt man es sowieso nicht weg und wenn der Toner nicht hält muss man das ganze nochmal mit höherer Temperatur veruchen.
    Geätzt habe ich im Waschbecken, dieses war mit heißem Wasser gefüllt und darin stand eine Plastikschale mit ebenfalls heißem Wasser und dem Natiumpersulfat. Beim abmessen der Menge von NaS kann man sich übrigens nicht an der Schale mit dem Wasser orientieren. Diese hatte ich auf eine Waage gestellt und wollte dann das NaS reintun bis es um x Gramm schwerer war. Die Mischung reagierte allerdings so schnell, dass die Schale leichter wurde, es wird anscheinend der Sauerstoff aus dem Wasser freigesetzt. Deshalb sollte man lieber vorher die Menge an NaS abmessen bzw. gucken um wieviel Gramm die Packung NaS leichter wird.

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  1. S.E.P.P. sagt:

    Hat jemand eine Idee, was ich auf den Behälter mit dem Kupfersulfid schreiben soll? Das ist doch eig. nicht einmal giftig oder irre ich mich da?

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  1. Raketopet sagt:

    zur entsorgung gibt es mehrere ansätze:

    teilweise wird die lösung eingedampft und die reste gesammelt und anschliesend zur gefargut entsorgung gebracht.

    oder du sammelst die lösung in einem kanister und bringst es diereckt zur entsorgung (würde ich machen)

    man kan die lösung auch wieer reaktivieren in dem man das gelöste kupfer durch elektrolyse wieder auscheiden läst.

    wen du es in nem kanister sammelst schreib einfach " verbrauchte Natriumpersulfat lösung" drauf

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  1. S.E.P.P. sagt:

    Ok, dann werde ich das auf den Kanister schreiben.

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